Das Projekt, das eines von 15 Siegerprojekten von “ 15 Jahre-15 Projekte“ des Biosphärenpark Wienerwald ist, wird ja in Kooperation des Narturschutzbund Klosterneuburg mit der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg durchgeführt. Bereits im Juni 2021 fand die erste „Beforschung“ der großen Lesesteinhecke mit Schüler*innen des 1. und 2. Lehrgangs statt. Neben der Erarbeitung der Baum- und Strauchvielfalt der Hecke, wurden auch die Schnecken, die Schmetterlinge und andere Insektengruppen, wie Heuschrecken, Zikaden und einige Käferarten bestimmt. Siehe Bericht vom 6.Juli 2021 (unter „Exkursion“ zu finden)
Am Mo. 21.3.2022 fand nun im Rahmen des Wein- und obsttechnologisches Praktikums, geleitet von Herrn Ing. Friedberger, ein kleiner Pflegeeinsatz bei diesen Lesesteinriegeln statt.
Einerseits sollten nährstoffliebende, konkurrenzstarke Sträucher wie der Rote Hartriegel und der Liguster, durch ebenerdigen Schnitt zurück gedrängt werden, um die „Buchten“ der Hecke zu vergrößern: hier geht es darum, die Randlinien dieser Hecke zu vergrößern, um möglichst viele mikroklimatisch unterschiedliche Kleinstandorte zu schaffen und einen breiten Heckensaum aus möglichst viele Saumarten zu etablieren. Typische Saumpflanzen wären zB.: blutroter Storchschnabel, Steinsame, Zypressen-Wolfsmilch, Johanniskraut, etc.
Andererseits ist die Ausbreitung der invasiven (also sehr schnell vordringenden und sich ausbreitenden) Arten wie die Robinie (falsche Akazie) zu verhindern, da sie den Standort durch ihre Knöllchenbakterien im Wurzelbereich mit noch mehr Stickstoff anreichert und sich bei „einfachem Schnitt/Fällung“ mit unzähligen Wurzelschößlingen in Kürze Vieles verdrängen würde. Daher wurden sie „geringelt“ und sterben somit langsam ab, um nach ca. 2 Jahren endgültig entfernt werden zu können.
Das Totholz inmitten des Bestandes wurde sehr bewusst stehen gelassen, da stehendes und liegendes Totholz als Lebensraum selten gewordener Tierarten, va.a. totholzbewohnende Käferarten, sehr wichtig ist.
Weiters wurden die Lesesteine freigelegt, damit besonnte bereiche für wärmeliebende Reptilien wie zB. die Smaragdeidechse entstehen. Auch wurden einige Steine zu kleinen Steinmäuerchen aufgeschichtet, um diese Form der Steinverwendung und diesen besonderen Lebensraum sichtbar zu machen.
Zum Abschluß gabs noch Getränke zum „Wieder Auftanken“ der Kräfte.
Bestand vor dem Einsatz:

Robinie
Viel Nachwuchs von Rotem Hartriegel im Saumbereich der Hecke
Beim Pflegeeinsatz:
Schnittmaterial…
…wird von der besonnten Südseite ins Bestandesinnere bzw. auf die Schattseite verfrachtet.
Beim Steinmauerbau
Freigelegte Lesesteine
Freigelegte Lesesteine
Totholz verbleibt
Geringelte Robinien