Buchbergspaziergang am Sa. 25.11.2017- Naturwaldzelle im Nebel

Am Samstag um 10 Uhr trafen sich 10 Mitglieder der Ortsgruppe Klosterneuburg des Naturschutzbund NÖ beim Oberen Stadtfriedhof um den besonderen Waldbestand am Buchberg zu erforschen.  Der erste Stopp unseres Spazierganges war auf der verbrachenden Wiese (z.T. Stiftsgrund; zum Weingraben hinunterziehend; dringender Handlungsbedarf: wenn nächstes Jahr nicht gemäht wird, ist diese (noch) artenreiche Wiese nur mehr „Buschland“), vorbei an der uralten, wunderschönen Holzbirne (Naturdenkmal, Urform unserer Birnensorten) ging es zu unserem Hauptziel, den Altbaum- und Totholzbeständen im Ahorn-Lindenwald am Abhang zum Reihergraben.

Die Altbäume und das Totholz passten zur Novemberstimmung. Die Bedeutung von liegendem und stehendem Totholz und Bäume in verschiedensten Altersstufen für Käferarten und andere Insektengruppen konnte uns unser Käferspezialist aus dem UBA Klaus-Peter Zulka deutlich machen. Einige totholzbewohnende Käferarten sind extrem selten und in ihrem Fortbestand sehr gefährdet(z.B. kommt der Goldstreifige Prachtkäfer (Buprestis splendens) in Ö nur mehr in Kärnten in der Schütt vor).

Wir fanden Hautflügler, Tausendfüßer und einen Felsenspringer (urtümliches Insekt, ähnlich einem „Silberfischchen“), bewunderten die vielen Pilze, die das Holz aufschließen und als Nahrungsgrundlage für die vielen Totholzbewohner dienen. Im vermodernden Holz gab es Einbohrlöcher verschiedenster Käfer, wir wollten aber keine Larven im Winterquartier stören.

Was ein Naturwaldreservat bzw. eine –zelle ist, kann man hier nachlesen: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4099  bzw. auch hier: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4614

Infos zum Eschentriebsterben: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=10281 und https://www.wsl.ch/de/projekte/eschentriebsterben.html

Buchberg_Trockenwiesenböschung_Riemenzungenstandort

Danach suchten wir noch eine verbuschende, ehemalige Trockenwiese auf einer Böschung auf, wo ein Riemenzungen-(besondere Orchideenart)bestand und viele Trockenrasenarten vom Zuwachsen bedroht sind Leider wurde der Pflegeeinsatz, den der Biosphärenpark Wienerwald mit Klosterneuburger SchülerInnen durchführen wollte, wegen angeblicher Waldfeststellung und den wenigen jungen Eschen darauf, nicht gestattet. Wir hoffen, dass dieser 2018 doch noch durchgeführt werden kann, da die SchülerInnen raschen Erfolg ihres Pflegeeingriffes (bodennaher Rückschnitt der (Jung)Sträucher, daher rasche Erholung des artenreichen Wiesenbestandes) sehen würden.

Die feuchte Kühle ließ uns gegen 13hr zum Heurigen Redinger ziehen, bei dem wir in angenehmer Atmosphäre beim Holzofen im Press-Stüberl (nach einer Stärkung) einige Neuerungen beschlossen.

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